GPSR einfach erklärt: Was Online-Shops 2025 unbedingt wissen müssen

Viele Online-Shops investieren massiv in Ads, Creatives und Marketing – aber vernachlässigen dabei einen der wichtigsten Erfolgsfaktoren: Produktsicherheit. Genau hier greift seit Dezember 2024 die neue General Product Safety Regulation (GPSR), die alle Händler in der EU betrifft. Sie ersetzt die alte Produktsicherheitsrichtlinie und legt strengere Anforderungen an Produkt- und Verbrauchersicherheit fest.

In diesem Artikel erfährst du, was die GPSR genau bedeutet, warum sie für Online-Shops – insbesondere für Import, Private Label und Dropshipping – so wichtig ist und welche Schritte du jetzt unbedingt umsetzen solltest.

Was ist die GPSR?

Die GPSR ist eine neue EU-Verordnung, die sicherstellen soll, dass alle Nicht-Lebensmittelprodukte in der EU wirklich sicher sind – unabhängig davon, ob sie aus Deutschland, China oder einem Drittland stammen. Sie gilt für:

  • klassische Online-Shops
  • Marktplatz-Verkäufer (Amazon, eBay, Kaufland)
  • Dropshipper
  • Importeure

Für jedes einzelne Produkt, das du in der EU verkaufst, musst du nachweisen können, dass es den Sicherheitsanforderungen entspricht.


Welche Anforderungen stellt die GPSR?

1. Nachweisbare Produktsicherheit

Produkte müssen nicht nur sicher sein, du musst ihre Sicherheit auch schriftlich belegen. Dazu gehören unter anderem:

  • technische Dokumentationen
  • Prüfberichte und Laborzertifikate
  • Risikoanalysen
  • Konformitätserklärungen

Fehlen diese Dokumente, drohen Marktplatzsperrungen, Abmahnungen oder Rückrufe.

2. Klare Verantwortlichkeiten für Händler & Importeure

Wenn du Produkte aus China oder anderen Nicht-EU-Ländern importierst, wirst du automatisch zum Inverkehrbringer. Das bedeutet:

  • du bist für Sicherheit und Kennzeichnung verantwortlich
  • du musst alle Dokumente bereitstellen können
  • du bist für Rückrufe und Meldungen zuständig

Viele Händler unterschätzen diese Pflicht – und merken es erst, wenn Behörden einschreiten.

3. Marktplätze müssen härter durchgreifen

Amazon, Kaufland & Co. sind verpflichtet, Produkte zu blockieren oder zu löschen, wenn du die Sicherheit nicht nachweisen kannst. Ein fehlender Prüfbericht kann also sofort zum Verkaufsstopp führen.

4. Pflicht zur vollständigen Verbraucherinformation

Verpackungen und Produkte müssen ab sofort folgende Angaben enthalten:

  • vollständige und gut sichtbare Kennzeichnung
  • Warnhinweise
  • GPSR-konforme Bedienungsanleitung
  • eine erreichbare EU-Kontaktstelle (Name, Adresse oder Telefonnummer)
  • eindeutige Produktidentifikation (Modellnummer, Seriennummer, Batchnummer)

Fehlen diese Daten, gilt das Produkt als nicht konform.

5. Pflicht zur Risikomeldung (Safety Gate)

Wenn ein Produkt ein Sicherheitsrisiko darstellt, musst du unverzüglich:

  • eine Risikomeldung über das EU Safety Gate abgeben
  • Sofortmaßnahmen einleiten (Warnungen, Rückrufe, Verkaufsstopp)

Unterlassene Meldungen können Bußgelder von bis zu 200.000 Euro zur Folge haben.


Warum ist die GPSR besonders für Dropshipping & China-Import relevant?

Die GPSR stellt sicher, dass Produkte aus Drittländern denselben Sicherheitsanforderungen entsprechen müssen wie EU-Produkte. Laut einer Studie scheitern jedoch ein Großteil der importierten Produkte an den Anforderungen. Typische Probleme:

  • fehlende oder gefälschte Zertifikate
  • keine Tests auf gefährliche Stoffe
  • keine Bedienungsanleitung
  • fehlerhafte Kennzeichnung
  • fehlende Konformitätserklärung

Fehlt nur eines dieser Elemente, drohen:

  • behördliche Verkaufsverbote
  • Marktplatzsperrungen
  • Wettbewerbsabmahnungen
  • Rückrufaktionen
  • hohe Kosten und Imageschäden

Was bedeutet die GPSR für Online-Shops konkret?

Wenn du skalieren willst oder bereits große Mengen verkaufst, musst du sicherstellen, dass deine Produkte GPSR-konform sind – sonst riskierst du unnötige Kosten und Umsatzausfälle.

GPSR ist keine Empfehlung mehr – es ist Pflicht. Und sie betrifft jeden Händler, egal ob du 200 oder 20.000 Bestellungen im Monat hast.


GPSR-Checkliste: Erfüllt dein Shop schon diese Punkte?

  • Hast du für jedes Produkt vollständige technische Dokumente?
  • Kannst du Sicherheitszertifikate jederzeit vorlegen?
  • Gibt es für jedes Produkt eine EU-Kontaktstelle?
  • Sind Verpackung und Bedienungsanleitung GPSR-konform?
  • Hast du eine Strategie für Rückrufe und Meldungen?

Wenn du bei einem dieser Punkte unsicher bist, solltest du dringend handeln.


Fazit: GPSR ist eine Pflicht – und eine Chance

Die neue GPSR soll den EU-Markt sicherer machen und verhindert, dass minderwertige Importprodukte Online-Shops gefährden. Für seriöse Händler ist das eine große Chance, sich qualitativ abzuheben.

Wer seine GPSR-Pflichten erfüllt, reduziert das Risiko für:

  • Rückrufe
  • Abmahnungen
  • Marktplatzsperrungen
  • behördliche Kontrollen

Jetzt ist der richtige Zeitpunkt, um das Thema ernst zu nehmen.


Persönliche Beratung: Bist du GPSR-konform aufgestellt?

Wenn du dir unsicher bist, ob deine Produkte die GPSR erfüllen – oder wenn du gerade skalierst und rechtliche Risiken vermeiden möchtest – dann unterstützen wir dich gerne.

Buche einfach ein unverbindliches Erstgespräch mit unserem Team. Wir analysieren deinen konkreten Business Case und zeigen dir, wie du Produktsicherheit, Dokumentation und Compliance effizient und rechtssicher abbildest.

So kannst du dich voll auf Skalierung und Wachstum konzentrieren – wir kümmern uns um die Produktsicherheit.

Häufige Fragen zur GPSR für Online-Shops

Was bedeutet GPSR?

GPSR steht für General Product Safety Regulation. Dabei handelt es sich um eine EU-weite Produktsicherheitsverordnung, die sicherstellen soll, dass alle Verbraucherprodukte sicher sind, bevor sie in der EU verkauft werden.

Ab wann gilt die GPSR?

Die GPSR gilt seit dem 13. Dezember 2024 und ist seitdem für Online-Shops, Händler, Marktplatzverkäufer und Importeure verpflichtend anzuwenden.

Welche Händler sind von der GPSR betroffen?

Betroffen sind alle Online-Shops, Marktplatzhändler, Dropshipper, Importeure und Hersteller, die Produkte an Verbraucher in der EU verkaufen oder bereitstellen.

Welche Produkte fallen unter die GPSR?

Grundsätzlich fallen alle Nicht-Lebensmittelprodukte für Verbraucher unter die GPSR. Ausgenommen sind unter anderem Lebensmittel, Arzneimittel und bestimmte regulierte Produktgruppen.

Was müssen Online-Shops im Rahmen der GPSR erfüllen?

Online-Shops müssen sicherstellen, dass ihre Produkte sicher sind. Dazu gehören unter anderem technische Dokumentationen, Risikoanalysen, Prüfberichte, klare Produktkennzeichnungen sowie Informationen zum verantwortlichen Wirtschaftsakteur.

Müssen Produkte getestet werden?

Für viele Produkte sind Tests erforderlich, um die Produktsicherheit nachzuweisen. Die Ergebnisse müssen dokumentiert und auf Anfrage den Behörden zur Verfügung gestellt werden.

Was passiert bei Verstößen gegen die GPSR?

Bei Verstößen drohen unter anderem Verkaufsverbote, Rückrufe, Marktplatzsperrungen und behördliche Maßnahmen. Auch Bußgelder sind möglich.

Gilt die GPSR auch für Produkte aus China oder anderen Drittländern?

Ja. Wer Produkte aus Nicht-EU-Ländern in der EU verkauft, gilt als Importeur oder Inverkehrbringer und trägt die volle Verantwortung für die GPSR-Konformität.

Was bedeutet GPSR für Dropshipping?

Auch beim Dropshipping ist der Verkäufer verantwortlich. Händler müssen sicherstellen, dass alle angebotenen Produkte die GPSR-Anforderungen erfüllen, unabhängig davon, wo der Hersteller sitzt.

Wie kann Procware bei der GPSR helfen?

Procware unterstützt Online-Shops beim Einkauf, bei der Dokumentation, bei Produkttests und bei der Umsetzung der GPSR-Anforderungen, sodass Produkte compliant und sicher verkauft werden können.