Zoll China – Was du beim Import aus China beachten musst
Der Import von Waren aus China ist für viele Online-Shops attraktiv, doch er bringt auch wichtige Zollvorschriften und Kosten mit sich. Wer Ware aus China nach Deutschland importiert, muss Zollformalitäten einhalten und mit Einfuhrabgaben rechnen. In diesem Ratgeber erfährst du, welche Zollbestimmungen gelten, welche Gebühren und Steuern anfallen und wie die Verzollung deiner China-Lieferungen abläuft – damit deine Ware schnell und legal ankommt.
Muss ich für Ware aus China Zoll bezahlen?
Grundsätzlich ja. Alle Waren aus Nicht-EU-Ländern unterliegen grundsätzlich Einfuhrabgaben. Seit Juli 2021 entfällt die alte Freigrenze von 22 € – somit können auch kleine Sendungen abgabenpflichtig sein.
Zollgebühren (Importzoll)
- Kein Zoll bei Warenwert bis 150 €.
- Über 150 € wird der Zollsatz fällig – abhängig von der Produktart.
Einfuhrumsatzsteuer (EUSt)
- Fällt ab dem ersten Euro an (Ausnahme: EUSt unter 1 € wird erlassen).
- Regulär 19 %, ermäßigt 7 % (z. B. Bücher, Lebensmittel).
Beispiel: Bestellst du eine Handyhülle für 7 €, kommen rund 1,33 € EUSt hinzu – plus ggf. eine Servicegebühr des Paketdienstes.
Servicepauschalen der Zusteller
Paketdienste berechnen häufig eine Service- oder Auslagepauschale für die Zollabwicklung (z. B. 7,50 € bei DHL). Diese kommt zusätzlich zu Zoll und Steuern hinzu.
Welche Zollbestimmungen gelten bei der Einfuhr aus China?
EORI-Nummer
Für gewerbliche Importe benötigst du eine EORI-Nummer. Ohne sie ist keine Zollanmeldung möglich. Die Registrierung ist kostenlos und sollte vor der ersten Einfuhr erfolgen.
Handelsrechnung & Warenbeschreibung
- Eine korrekte Commercial Invoice muss beiliegen.
- Exakte Warenbeschreibung, Menge, Wert und Absender/Empfänger erforderlich.
- Falsche Angaben führen zu Verzögerungen oder Strafen.
Zolltarifnummer (HS-Code)
- Jedes Produkt benötigt eine korrekte Zolltarifnummer.
- Diese bestimmt den Zollsatz und weitere Vorschriften.
- Falsche HS-Codes zählen zu den häufigsten Fehlern.
Ursprungsnachweis
Das Ursprungsland muss angegeben werden. Für China gibt es keine Zollvergünstigungen. Manche Produkte unterliegen Antidumpingzöllen.
Produktsicherheit & Verbote
- CE-Kennzeichnung (Elektronik, Spielzeug usw.)
- WEEE-Registrierung (Elektronik)
- REACH-Konformität (chemische Stoffe)
- Verbot von Fälschungen & Markenplagiaten
Wie läuft die Verzollung von Waren aus China ab?
1. Versand & Versanddokumente
- Lieferant/Spediteur stellt Versanddokumente (Bill of Lading, Air Waybill etc.).
- Dokumente sollten spätestens 48 Stunden vor Ankunft geprüft werden.
2. Zollanmeldung (ATLAS)
Die Anmeldung erfolgt elektronisch – entweder durch den Spediteur, Zollagenten oder Paketdienst. Der Zoll entscheidet über:
- Grün: Freigabe ohne Prüfung
- Gelb: Dokumentenprüfung
- Rot: Physische Warenprüfung
3. Abgabenberechnung & Zahlung
- Zollsatz abhängig vom Produkt (oft 0–12 %).
- Einfuhrumsatzsteuer 19 % (oder 7 %).
- Zahlung durch Paketdienst oder per Zollkonto.
4. Zollfreigabe & Zustellung
Nach der Freigabe erhältst du die MRN-Nummer – die Sendung wird ausgeliefert oder eingelagert. Bewahre alle Zolldokumente mindestens 10 Jahre auf.
5. Nachkontrolle & Buchhaltung
Prüfe die Abgaben und Tarifierung. EUSt kann als Vorsteuer abgezogen werden.
Welche Kosten fallen beim Import aus China an?
Zollsätze nach Produktart
Der Zollsatz hängt vom HS-Code ab. Typische Werte:
- 0 %: Smartphones, Laptops, viele Elektronikprodukte
- 0–4 %: Spielwaren
- 8–12 %: Kleidung, Schuhe
- Variabel: Maschinen & Geräte
- Hoch: Antidumpingzölle (Fahrräder, Stahlprodukte, Solarpaneele)
Einfuhrumsatzsteuer (EUSt)
19 % auf den Gesamtwert (Warenwert + Versand + Zoll). Diese kann als Vorsteuer geltend gemacht werden.
Verbrauchsteuern
Betrifft nur bestimmte Produkte wie Alkohol, Tabak, Kaffee oder Energieerzeugnisse.
Tipps für Online-Händler zum China-Import
- Kosten vorab ermitteln: Zollrechner und TARIC nutzen.
- Dokumente klären: Handelsrechnung, Zertifikate, EORI, Konformitätsnachweise.
- Zollanmeldung delegieren: Spediteur oder Paketdienst beauftragen.
- Incoterms beachten: DAP für Einsteiger sinnvoll; Vorsicht bei DDP.
- Lieferzeiten einplanen: Verzögerungen möglich, Puffer einberechnen.
- Professionelle Hilfe nutzen: Mit Procware Importprozesse sicher aufsetzen.
Fazit: Mit guter Vorbereitung klappt der Zoll-Import aus China
Der Import aus China ist mit Bürokratie verbunden, aber gut machbar. Mit den richtigen Dokumenten, korrekter Deklaration und sorgfältiger Vorbereitung erreichst du eine reibungslose Verzollung.
Falls du Unterstützung brauchst: Procware hilft dir bei der Zollabwicklung, der Einhaltung aller Vorschriften und dem gesamten Importprozess. Vereinbare gern einen Termin – wir beraten dich unverbindlich und sorgen dafür, dass dein China-Import sicher und effizient läuft.